Koray Yılmaz-Günay (DIE LINKE)
Kandidat Berlin 2011
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Koray Yılmaz-Günay
© Katina Schubert
Geburtstag
September 1974
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
Referent für Migration bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Wohnort
Berlin-Schöneberg
Wahlkreis
Tempelhof-Schöneberg WK 1
Ergebnis
4,5%
Landeslistenplatz
38, Tempelhof-Schöneberg
(...) Leider leben wir in einem Land, in dem die Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften nicht vollständig vollzogen ist. Deutschland ist sogar ein Land, in dem besonders starke Verquickungen zwischen dem Staat und - zumindest manchen - Religionsgemeinschaften existieren. (...)
 
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
30.08.2011
Von:

Eine wachsende Zahl von Sinti und Roma aus Rumänien und Bulgarien macht in Berlin derzeit durch aufdringliches Betteln auf sich aufmerksam. Eine Gruppe campierte zuletzt im Görlitzer Park, nachdem sie aus ihren früheren Wohnungen herausgeworfen worden waren – u.a. wegen Urinierens im Innenhof und aggressiven Verhaltens gegenüber anderen Mietern und Anwohnern (laut Protokoll der Mieterversammlung). Derzeit ist man bemüht, die Situation der Sinti und Roma zu verbessern, ihnen eine andere Bleibe zu verschaffen. Dies würde meines Erachtens die Situation nur kurzfristig entschärfen. Robbin Juhnke, der innenpolitische Sprecher der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, warnte diesbezüglich, Berlin könnte sich zu einem festen Anlaufpunkt für "Zigeuner" aus Südosteuropa entwickeln. "Wir sollten daher alle rechtlichen Möglichkeiten ausloten, ihnen den Aufenthalt bei uns so unangenehm wie möglich zu gestalten", forderte Juhnke. Dazu gehören nach Juhnke regelmäßige Kontrollen und das konsequente Erteilen von Platzverweisen. Kai Gersch, der integrationspolitische Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, bezeichnete es als "beschämend", dass man das Problem nicht in den Griff bekomme. Eine Abschiebung erweist sich durch das EU-Recht als problematisch. Mit welchen Maßnahmen würden Sie dieses Problem angehen?
Antwort von Koray Yılmaz-Günay
9Empfehlungen
01.09.2011
Koray Yılmaz-Günay
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich so beantworten möchte:

Abgeordnetenwatch.de ermöglicht es allen Interessierten, sich mit ihren Fragen an mich (und alle anderen Kandidatinnen und Kandidaten) zu wenden - und zwar in der Weise, die sie richtig finden. Ich begrüße diese Möglichkeit der direkten Beteiligung sehr. An Ihren Ausführungen kann ich jedoch erkennen, dass es Ihnen nicht um eine tatsächliche Anfrage an mich geht, sondern darum, Ihre Position (respektive die Positionen einzelner CDU- und FDP-Abgeordneter) deutlich zu machen. Dass ich als Kandidat der LINKEN eine andere Herangehensweise als die Herren Juhnke und Gersch habe, wird Sie nicht überraschen.

Roma genießen - wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger aus den Mitgliedsstaaten der EU - das Recht auf Freizügigkeit. Ich sehe keinen Anlass, an diesem Prinzip zu rütteln. Die von Ihnen referierten repressiven Maßnahmen halte ich für menschenverachtend; sie sind geeignet, die rassistische Stigmatisierung von Roma fortzuschreiben. Was wir brauchen, ist vielmehr eine Lösung für die sozialen Probleme in Europa, wir müssen das Wohlstandsgefälle in der EU überwinden und gute Lebensbedingungen für alle erreichen. DIE LINKE steht darüber hinaus für die konsequente Bekämpfung von Rassismus auf allen Ebenen. Eine der Gruppen, die historisch am längsten und häufigsten von Rassismus und Verfolgung betroffen sind, stellen Sie in den Mittelpunkt Ihrer Anmerkungen. Roma und Sinti wurden in Deutschland Jahrhunderte lang verfolgt, bis hin zur systematischen Ermordung in der Nazizeit. Roma, die aus ost- und südosteuropäischen Ländern nach Berlin gekommen sind, haben Unterdrückung, Krieg, Vergewaltigungen, Verfolgung und vielfache Perspektivlosigkeit erlebt. Sie suchen eine Chance, ihr Leben selbst zu organisieren und zu bestreiten, trotz erschwertem Zugang zu Bildung/Bildungseinrichtungen oder beispielsweise Mietwucher, dem sie ausgesetzt sind etc. Gerade die Bürgerinnen und Bürger Rumäniens und Bulgariens werden in Scheinselbstständigkeit gedrängt, weil die Arbeitnehmer/innen-Freizügigkeit innerhalb der EU für sie nicht gilt.

Angesichts des vielen Leids, das dieser Gruppe angetan wurde, verurteile ich jede (!) weitere Stigmatisierung und Repression. Ich unterstütze nachdrücklich die Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Roma und Sinti sowie den konsequenten Abbau aller Formen von Diskriminierungen heute (durch Verwaltungen, gesellschaftliche Institutionen und Einzelpersonen). Ein würdiges Gedenken an die Ermordeten kann einer der Schritte sein, um den Lebenden ein würdiges Leben zu ermöglichen.
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Frage zum Thema Verkehr und Stadtplanung
02.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Yilmaz-Günay,

ich finde es toll, dass das Tempelhofer Feld eine frei nutzbare Fläche ist. Warum kann das nicht so bleiben?

Viele Grüße
, 22 Jahre



Die Frage wurde gestellt im Rahmen der Aktion duhastdiemacht.de, die u.a. von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Jugendportal des Deutschen Bundestags "Mitmischen.de" und dem Förderprogramm der Europäischen Union "JUGEND IN AKTION" unterstützt wird. duhastdiemacht.de will das demokratisches Bewusstsein bei Jugendlichen fördern und ihre Bereitschaft zum Engagement stärken. Gefördert wird das Portal von der Robert Bosch-Stiftung.

Mehr Infos zum Wahljahr 2011 hier auf duhastdiemacht.de.
Antwort von Koray Yılmaz-Günay
5Empfehlungen
12.09.2011
Koray Yılmaz-Günay
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage! Ich teile Ihre Ansichten zum Tempelhofer Feld. Es ist eine wunderbare, frei nutzbare Fläche, die im Wesentlichen so bleiben sollte wie sie ist. DIE LINKE in Tempelhof-Schöneberg und in Neukölln hat zahlreiche Aktionen auf dem Gelände veranstaltet und auch Flugblätter zum Erhalt der jetzigen Nutzungsart herausgegeben. Ich sehe keine Notwendigkeit für Randbebauungen und eine (kostenpflichtige!) Bundesgartenschau. Als Naherholungsfläche, als Sportstätte und auch unter ökologischen Gesichtspunkten ist die "Freiheit" (so wie sie jetzt ist), sehr gut. Gerade für den Teil der Bevölkerung, der sich teure Urlaubsreisen nicht leisten kann. Zwei Einschränkungen will ich aber machen:

Zunächst denke ich, dass die Geschichte des Ortes mit einem stimmigen
Konzept dargestellt werden sollte:
  • Als militärisch genutztes Gelände hat es eine lange Tradition
(inklusive Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit in der Nazi-Zeit).
  • Das einzige KZ der SS in Berlin hat hier gestanden.
  • Die Luftbrücken-Versorgung West-Berlins wurde hier abgewickelt.

Außerdem denke ich, dass das Gelände wirklich für alle nutzbar sein sollte:
  • Ein neuer S-Bahnhof am Ring sollte eröffnet werden, der zugleich das
Gebiet südlich der Autobahn an das Tempelhofer Feld anbinden könnte.
  • Schattenspendende Bäume und vor allem Parkbänke sind notwendig, um
Menschen, die wegen einer körperlichen Beeinträchtigung, des Alters oder
anderen Gründen nicht gut zu Fuß sind, den Aufenthalt zu erleichtern
bzw. überhaupt zu ermöglichen.

Ich hoffe, meine Antwort hat Sie zufriedengestellt! Besten Gruß, Ihr

Koray Yilmaz-Günay
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